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RTF Rüsselsheim 3. Juni 2018


Bewertete Strecke: 152 km     Strecke: schwer     Ausschilderung: sehr gut  
Verpflegung unterwegs: gut     Verpflegung im Ziel: sehr gut      
Landschaftlich: sehr schön     Autoverkehr: gering     Tour gesamt: sehr gut  

Die Rüsselsheimer RTF bin ich schon drei mal gefahren und sie hat mich jedes mal für das darauffolgende Jahr motiviert, so auch diesmal. Nachdem ich letztes Jahr die 111 km-Strecke ausprobiert hatte und nicht so überzeugend fand, nehme ich mir wieder die 152 km vor. Das heißt früh starten, die knapp 30 km Anfahrt sind auch noch einzurechnen. Naja, ganz so früh wurde es dann doch nicht, als ich halb Acht an der Anmeldung war. Zeit für einen Kaffee und Kuchen ist trotzdem da, die Kontrollstellen werden schon nicht so früh zu machen.
Da der Odenwald nicht gerade vor den Toren Rüsselsheims liegt, beginnt die Tour mit einem flachen Abschnitt auf bestem Asphalt. Am Sonntagmorgen ist kaum Verkehr, es ist angenehm kühl und es geht fast kein Wind. Das ist die richtige Zeit, um das Beste aus dem umfangreich ausgebauten Straßennetz des Rhein-Main-Gebietes herauszuholen. Einige Schnellfahrer laden zum Windschattenfahren ein, und flugs ist Darmstadt erreicht.
Die Großstadt wird im Randbereich berührt. Die Streckenführung ist naturgemäß etwas tricky. Mittlerweile kenne ich die meisten Abbiegungen aus der Erinnerung, doch ohne die Richtungspfeile würde ich den Weg nicht alleine finden. Im Zweifelsfalle ist es hier immer eine gute Idee, auf Sicht mit einer Gruppe zu fahren.
Ja, die Ausschilderung: Im Vergleich zu anderen RTFs in der Gegend finde ich sie ausgesprochen professionell. Wo es geht, wird eine Abbiegung rechtzeitig angekündigt, auf der Kreuzung ausgeschildert, und mit etwas Abstand bestätigt.
In Darmstadt merkt man langsam, dass die Flachetappe vorbei ist, doch bald kommt die Pause an der ersten Kontrollstelle Roßdorf. Die Verpflegung ist üppig und trotz der vielen Fahrer ist der Ablauf wohl organisiert.
Gleich muss ich mich entscheiden, ob ich wirklich die lange Tour nehme oder eine der kürzeren. Für die lange Variante spricht für mich vor allem die große Schleife durch das Mittelgebirge mit vielfältigen Anstiegen und Abfahrten auf meist gutem Straßenbelag und ausgesprochen wenigen Kfz. Der Odenwald ist für mich so weit entfernt, dass ich normalerweise keine Rennradtour dorthin mache. Also ist diese RTF die beste Gelegenheit.
Hinter Roßdorf fällt in der Ferne der imposante Otzberg mit seiner Festung auf. Dort geht die Strecke vorbei. Heute ist die Sicht dunstig. Aber die Meteorologen haben einen trockenen Tag vorhergesagt.
Der Anstieg zum Otzberg markiert den Beginn des mittelgebirgigen Teils. Ich fahre ein Basso aus der Stahl-Ära mit 3x9 Campa-Ausstattung. Dieser Anstieg stellt für mich kein Problem dar, allerdings auf dem kleinsten Gang 30x28. Meine Grenzen werde ich erst später erreichen.
Der Wald ringsherum beschert Schatten und kühle Luft. Die angesammelte potentielle Energie verwandelt sich in Ober-Kinzig wieder in Geschwindigkeit. Heute ist hier kein Auto vor mir. Das kann bei den engen Ortsdurchfahren nicht ungefährlich sein. Besser doch etwas runterbremsen.
Die zweite Kontrolle in Kirchbrombach ist familiär. Hier kommt nur die 152er Tour vorbei. Jemand meldet sich nach. Das ist an jeder Kontrolle möglich, wenn man nicht am Startpunkt einsteigen will.
Abweichend vom GPS-Track geht es aus dem Ort raus über ländliche Nebenstraßen, aber die Ausschilderung ist eindeutig. Ab Rehbach führt ein längerer Anstieg bald in lang gezogener Kurve durch den Wald. Die Steigung bleibt für meine Maßstäbe moderat. Zusammen mit der anschließenden schnellen Abfahrt nach Brensbach ist das für mich einer der schönsten Abschnitte.
Die Kontrolle in Brensbach ist gewohnt gut organisiert. Im Notfall kann die Toilette der Tankstelle genutzt werden.
Kurz darauf biegt die Strecke wieder auf eine schmale Nebenstraße ab. Über einen Zaun hinweg quillt aus einem Garten ein Rosenbusch über und über mit roten Blüten. Welch angenehmer Kontrast zur Enge vieler Ortschaften. Es geht gerade wieder hinauf, so ist Zeit zum betrachten.
Fränkisch-Crumbach ist erreicht. Die Zick-Zack-Führung durch den Ortskern bietet interessante Ansichten. Das Städtchen ist sicher eine touristischen Besuch wert. Raus geht es in Richtung Burg Rodenstein. Wie zu vermuten, liegt diese auf einem Berg, und der beschert einen ersten Test für den kommenden Hauptanstieg der Tour. Auf gut 300 m wird es so steil, dass ich immer wieder aus dem Sattel muss. Schnellere Fahrer überholen mich. Krachend werden die Gänge gewechselt. Das kann mir nicht passieren, ich mühe mich längst im kleinsten Gang. Immerhin spielen die Flicken im schlechten Asphalt bei wenig mehr als Schritttempo praktisch keine Rolle mehr.
Bevor die Burg erreicht ist, geht es wieder abwärts. Unterlenkerhaltung ist leider verzichtbar, weil auf der einspurigen Straße ein PKW vor mir ist. Als ein anderer entgegenkommt und mit umständlichem Rückwärtsrichten beginnt, kann ich endlich hindurchschlüpfen und die Abfahrt genießen.
Die Durchfahrt Laudenau ist wegen Bauarbeiten gesperrt, und damit auch die dortige schwere Steigung. Heute gibt es eine Umfahrung über Winterkasten. Ich bin gespannt.
Die Nebenstrecke ist sehr schmal. Es wird gerade Heu gewendet. Gut, dass der leichte Wind den Staub weg vom Weg treibt. Und was für ein Staub! So braun. Bei den trockenen letzten Wochen kann das doch kein Schimmel sein? Die Antwort gibt die Grasnarbe: Viel zu kurz abgeraspelt, stellenweise bis auf den nackten Boden. Der Staub ist Erde im Heu, das wird davon nicht gerade besser.
Die Gedanken werden aus dem Hirn gedrängt: Die Steigung steht Laudenau in nichts nach und mir geht langsam das Talent aus. Ein Rennrad ist einfach kein Mountainbike. Der Anstieg lässt nach, etwas Entspannung. Bis Winterkasten kann es nicht mehr weit sein. Doch hier ist nicht einmal die Hälfte der gut 300 hm bis Neunkirchen bewältigt. Ab dem Ort wird die Steigung gleichmäßiger und ich finde endlich einen Rhythmus.
Bei der Kontrolle in Wurzelbach ist die 111 km-Tour wieder dabei. Die Vorräte sind gerade arg zusammengeschmolzen. Ich begnüge mich mit ein paar Apfelstückchen. Der letzte Anstieg steht an: Über Staffel zu Kuralpe auf dem Kamm des Odenwaldes. Verglichen mit dem letzten ist das nahezu entspannend. In Staffel sind isländische Fahnen geflaggt. Der hiesige Islandpferdehof lockt Touristen. Der Ausflugsverkehr ist auch deutlich zu spüren und so zottele ich den Abstieg Richtung Jugenheim erstmal hinter PKWs her, bevor ich sie in der Serpentine hinter mir lassen kann. Vom Fahrrad aus hat man einfach die bessere Übersicht.
Mit Jugenheim ist wieder das flache Rheintal erreicht, ein tausende Meter tiefer Spalt in der Kontinentalplatte, der mit Schutt aufgefüllt ist. Die Straßen werden wieder breiter und damit seltsamerweise die Schwierigkeiten der Autofahrer größer, an einem 80 cm breiten Radfahrer vorbeizufahren. So empfiehlt es sich, für diese Flachetappe eine Gruppe zum Mitfahren zu suchen. Gerade überholt mich eine Fahrerin und ich habe gut zu tun, im Windschatten mitzuhalten. Bald schließen sich weitere an und so geht es sehr viel zügiger nach Büttelborn als ich alleine hätte fahren können.
Die letzte Kontrolle ist noch gut bestückt. Doch gleich setzt sich der Sprint Richtung Königstädten fort.
Ja, das war's für mich. Die Stempelkarte wird gescannt, die Rückennummer ist geschenkt. Die Kuchentheke ist fast leergekauft, aber ich finde noch etwas Leckeres, um die Pause zu genießen, bevor ich mich für die Rückfahrt aufs Rad schwinge.
Detail am Rande: Die Räder werden nicht haufenweise irgendwo angelehnt, sondern es gibt eine lange Stange, wo man das Rad mit Bremshebeln oder Sattelnase einhängen kann.
Der RV Opel hat wieder eine gut organisierte RTF auf die Beine gestellt. Vielen Dank an die Vereinsmitglieder und alle Helfer, die ihre Zeit in Vorbereitung und Durchführung gesteckt haben.
 
Andre   3. Juni 2018, 21:06


Bewertete Strecke: für den Veranstalter          
         
         

Hallo Andre,
herzlichen Dank für wieder einen super zu lesenden Bericht zu unserer RTF. Ich würde das mal auf unserer Homepage mit ein paar Bildern aus anderer Quelle übernehmen. Falls Dir das nicht recht ist, melde dich doch bitte unter webmaster@rv-opel-1888.de und sag mir bitte Bescheid.
Du könntest mir auch deinen GPS Track schicken, dann vergleiche ich mal die geplante Strecke mit dem, was unserer Ausschilderer daraus machen.
Danke und Grüße,
Bernd
Webmaster RV Opel 1888 Rüsselsheim e.V.  
Bernd   3. Juni 2018, 22:41


Bewertete Strecke: 112     Strecke: mittel     Ausschilderung: durchschnittl.  
Verpflegung unterwegs: gut     Verpflegung im Ziel: gut      
Landschaftlich: sehr schön     Autoverkehr: gering     Tour gesamt: sehr gut  

Insgesamt eine sehr schöne und gut organisierte RTF. Die Ausschilderung war überwiegend gut, es gab nur ein paar Stellen, wo man sich vielleicht den einen oder anderen zusätzlichen Pfeil/Hinweis gewünscht hätte. Vielen Dank an alle Helfer/innen! Wir kommen gerne wieder.
 
Mainzer   3. Juni 2018, 22:44


Bewertete Strecke:     Strecke: mittel     Ausschilderung: durchschnittl.  
Verpflegung unterwegs: gut     Verpflegung im Ziel: sehr gut      
Landschaftlich: schön     Autoverkehr: mittel     Tour gesamt: gut  

 
  4. Juni 2018, 08:02